Marktdaten

IAZI Q3 2026: Wohneigentum teurer, aber das Tempo sinkt

Der IAZI-Index zeigt für das dritte Quartal 2026 ein ruhigeres Preiswachstum bei Wohneigentum. Was das für Verkäufer und den Angebotspreis bedeutet.

Aktualisiert Oktober 20264 min Lesezeitkontakt@maklervermittlung.ch
Weisses und braunes Haus neben einer Wiese vor Bergkulisse

Die Preise für Schweizer Wohneigentum steigen weiter, aber spürbar langsamer. Der am 7. Oktober veröffentlichte IAZI-Index für das dritte Quartal 2026 zeigt: Der Markt läuft nicht heiss, er läuft ruhiger. Für Verkäufer heisst das: Die Preise tragen noch, die Käufer werden aber wählerischer.

Was der IAZI-Index für das dritte Quartal zeigt

Laut finews legten die Preise im dritten Quartal 2026 so zu:

  • Einfamilienhäuser: +0,7 % gegenüber dem Vorquartal, +2,8 % gegenüber dem Vorjahr
  • Eigentumswohnungen: +0,8 % gegenüber dem Vorquartal, +3,9 % gegenüber dem Vorjahr
  • Renditeliegenschaften: +1,4 % gegenüber dem Vorquartal, +4,5 % gegenüber dem Vorjahr

Wohnungen haben damit leicht die Nase vorn. Gleichzeitig ging die Zahl der Eigenheimkäufe laut IAZI etwas zurück, ebenso das Wachstum des Hypothekarvolumens.

Warum die Dynamik nachlässt

Der Grund liegt nicht bei den Zinsen. Die SNB hat den Leitzins Ende September bei 0 % belassen. Zehnjährige Festhypotheken kosten laut finews rund 2 %, SARON-Hypotheken etwas über 1 %.

Das Problem ist der Kaufpreis. IAZI nennt die hohen Preise als Hauptgrund: Viele Haushalte kommen trotz günstiger Finanzierung nicht zum Zug, und die Banken prüfen die Tragbarkeit vorsichtig.

Zum gleichen Bild kommt Raiffeisen in der Studie vom 3. September. Die hohen Einstiegshürden belasten die Nachfrage, und Transaktionsaktivität und Preiswachstum haben ihren Höhepunkt wohl überschritten. Die Nettozuwanderung von Ausländern lag im ersten Halbjahr 2026 zudem rund 13 % unter dem Vorjahreswert.

Wer verkaufen will, trifft auf einen Markt mit stabilen Preisen, aber weniger Spielraum nach oben. Der Preis muss von Anfang an stimmen.

Warum ein Preisrückgang trotzdem nicht in Sicht ist

Das Angebot bleibt knapp. Laut IAZI sank die Leerwohnungsziffer zum sechsten Mal in Folge auf 0,9 %. Von rund 45'000 leeren Wohnungen und Häusern waren knapp 11'000 Eigenheime.

Wüest Partner kommt in seiner Studie vom 30. Juli zu einem ähnlichen Schluss:

  • Eine grössere Korrektur zeichnet sich derzeit nicht ab.
  • Ende 2025 lagen die Preise bei Einfamilienhäusern 1,6 % und bei Eigentumswohnungen 8,2 % über dem berechneten Fundamentalwert.
  • Bei Eigentumswohnungen steht ein Nachfrageindex von 126 einem Angebotsindex von 73 gegenüber.
  • Die Transaktionspreise stiegen im zweiten Quartal 2026 um rund 4,3 % gegenüber dem Vorjahr.

Raiffeisen betont, das Wohnungsangebot bleibe strukturell unelastisch. Eine Baubewilligungs-Welle dürfte in den nächsten zwei Jahren mehr Wohnungen bringen, sie wirkt laut der Studie aber eher einmalig.

Sonderfall Renditeliegenschaften

Mehrfamilienhäuser legen mit +4,5 % im Jahresvergleich am stärksten zu. IAZI führt das auf die tiefen Zinsen zurück. Die Nachfrage von Anlegern bleibt laut dem Bericht stark.

Raiffeisen mahnt allerdings zur Vorsicht: Die Renditen seien in den vergangenen Jahren aussergewöhnlich hoch gewesen, hingen aber zunehmend von künftigem Preiswachstum ab. Wüest Partner sieht bei den Mieten ein gespaltenes Bild: Die Bestandesmieten sanken im ersten Halbjahr um 0,4 %, die Angebotsmieten stiegen um 1,0 %. Wer ein Renditeobjekt verkauft, sollte dem Käufer deshalb saubere Mietzahlen und eine nachvollziehbare Ertragsrechnung liefern.

Was das für Ihren Verkauf heisst

  • Preis realistisch ansetzen. Bei vorsichtigen Banken und knappen Budgets scheitern überhöhte Forderungen schneller an der Finanzierung.
  • Finanzierbarkeit mitdenken. Käufer müssen die Tragbarkeit nachweisen. Eine fundierte Bewertung erleichtert das Gespräch mit der Bank.
  • Wohnungen verkaufen sich etwas leichter als Häuser. Das zeigt die höhere Jahresrate bei Eigentumswohnungen.
  • Nicht auf höhere Preise spekulieren. Das Wachstum flacht ab. Wer ohnehin verkaufen will, gewinnt durch Warten wenig.

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Quellen

IAZI Q3 2026: Preise steigen langsamer | maklervermittlung.ch | maklervermittlung.ch