Kaufindex Oktober 2026: Angebotspreise sinken zum zweiten Mal
Der ImmoScout24-Kaufindex zeigt im Oktober den zweiten Rückgang in Folge. Was das für Verkäufer von Häusern und Wohnungen bedeutet.
Die ausgeschriebenen Preise für Wohneigentum sind im Oktober erneut gefallen. Schon im September gaben sie leicht nach. Gleichzeitig melden andere Indizes für das dritte Quartal weiter steigende Transaktionspreise. Wer jetzt verkaufen will, sollte die beiden Zahlenwelten auseinanderhalten.
Was der Kaufindex im Oktober zeigt
Laut dem ImmoScout24-Kaufindex, erhoben mit IAZI (awp-Meldung vom 4. November 2026) entwickelten sich die Angebotspreise so:
- Einfamilienhäuser: −0,7 % zum Vormonat, +3,1 % zum Vorjahr
- Eigentumswohnungen: −0,1 % zum Vormonat, +4,2 % zum Vorjahr
- Quadratmeterpreis: rund CHF 8'040 (Häuser) und rund CHF 9'590 (Wohnungen)
Der Jahresvergleich bleibt also klar im Plus. Der Monatstrend zeigt aber nach unten.
Regionen: Fast überall ein Minus bei Häusern
Bei den Einfamilienhäusern sanken die Preise in sechs von sieben Grossregionen. Am stärksten fielen sie in der Zentralschweiz (−2,5 %), in der Ostschweiz (−1,9 %) und im Tessin (−1,5 %). Nur das Mittelland legte zu (+1,1 %).
Bei den Eigentumswohnungen fiel die Ostschweiz mit −2,4 % auf. Zulegen konnten das Mittelland (+1,4 %), die Nordwestschweiz (+0,8 %) und die Region Zürich (+0,4 %).
Ein einzelner Monat ist noch kein Trend. Auffällig ist aber, dass die Preisnachlässe bei Häusern breit abgestützt sind und nicht nur eine Region betreffen.
Angebotspreise sind nicht Verkaufspreise
Der Kaufindex misst, was Verkäufer verlangen. Was Käufer am Ende bezahlen, zeigt er nicht. Hier liefert der Raiffeisen-Transaktionspreisindex für das dritte Quartal 2026 ein anderes Bild:
- Einfamilienhäuser: +2,0 % zum Vorquartal, +3,6 % zum Vorjahr
- Eigentumswohnungen: +1,7 % zum Vorquartal, +5,9 % zum Vorjahr
Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile nennt das knappe Angebot als Hauptgrund. Auch steigende Festhypothekenzinsen reichen laut ihm nicht, um den Trend zu brechen.
Erste Bremsspuren
Der IAZI-Preisindex zeigt für das dritte Quartal +0,8 % zum Vorquartal und +3,3 % zum Vorjahr. Die Zahl der beobachteten Eigenheimkäufe und das Wachstum des Hypothekarvolumens gingen leicht zurück. Hasenmaile sieht in seiner Studie erste Hinweise auf eine Abkühlung: Das hohe Preisniveau und die strengen Finanzierungsanforderungen wirkten zunehmend bremsend.
Die Angebotspreise sind oft ein Frühindikator. Sinken sie über mehrere Monate, folgen Transaktionspreise meist mit Verzögerung. Das ist eine Einordnung, keine Prognose, und die Daten der nächsten Monate müssen sie erst bestätigen.
Was das für Ihren Verkauf heisst
- Preis nicht am Vorjahr festmachen. Ein Plus von 3 bis 4 % gegenüber dem Vorjahr sagt wenig darüber, was Käufer heute zahlen.
- Vergleichsobjekte der letzten Wochen prüfen. Lassen Sie sich von Ihrem Makler konkrete Inserate und Abschlüsse in Ihrer Gemeinde zeigen.
- Objekttyp beachten. Häuser und Wohnungen entwickeln sich im selben Gebiet oft unterschiedlich.
- Realistisch starten. Ein zu hoher Einstiegspreis führt zu langen Inseratszeiten und späteren Preisnachlässen.