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UBS-Blasenindex Q2 2026: Was der dritte Anstieg für Verkäufer heisst

Der UBS-Blasenindex steigt im zweiten Quartal 2026 zum dritten Mal in Folge auf 0,72 Punkte. Was die Zahlen für einen geplanten Hausverkauf jetzt bedeuten.

Aktualisiert August 20264 min Lesezeitkontakt@maklervermittlung.ch
Zürcher Stadtsilhouette mit Fluss und See in der Abenddämmerung

Der UBS-Blasenindex für Schweizer Wohneigentum ist im zweiten Quartal 2026 zum dritten Mal in Folge gestiegen – von 0,62 auf 0,72 Punkte. Das Risiko bleibt zwar «moderat», doch die Richtung ist eindeutig: Der Markt für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen zieht wieder spürbar an, während die Mieten deutlich langsamer wachsen. Für Verkäufer, die einen Verkauf im zweiten Halbjahr 2026 planen, lohnt sich ein genauer Blick auf das, was hinter der Zahl steckt.

Was der Index misst – und warum 0,72 noch keine Blase ist

Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index bewertet den Eigenheimmarkt anhand von sechs Kriterien, darunter das Verhältnis von Kaufpreisen zu Einkommen, zu Mieten und zur Bautätigkeit. Laut UBS beginnt die Risikozone bei 1,0 Punkten, eine ausgewachsene Blase wird erst ab 2,0 Punkten diagnostiziert. Mit 0,72 Punkten liegt die Schweiz also weiterhin im moderaten Bereich – aber der Trend zeigt seit Ende 2024 kontinuierlich nach oben.

Der Index ist im zweiten Quartal von 0,62 auf 0,72 Punkte gestiegen – der dritte Anstieg in Folge seit Ende 2024.

Die Zahlen im Detail

Laut Berichten vom 6. August 2026 auf Basis der UBS-Daten zeigt sich folgendes Bild für das zweite Quartal 2026:

  • Preise für selbstgenutztes Wohneigentum: +3,6 % im Jahresvergleich, die Dynamik hat sich laut Baublatt leicht beschleunigt.
  • Angebotsmieten: +2,4 % im Jahresvergleich.
  • Bestandesmieten: +1,1 % im Jahresvergleich – deutlich langsamer als die Kaufpreise.
  • Prognose für das Gesamtjahr 2026: UBS erwartet ein nominales Preiswachstum von 3,5 bis 4,0 %, getragen von robuster Nachfrage nach Wohneigentum, wie Nau.ch berichtet.

Die Schere zwischen Kaufpreisen und Mieten ist damit der auffälligste Punkt: Wer heute kauft, zahlt für Wohneigentum deutlich mehr als noch vor einem Jahr – während die laufenden Wohnkosten für Mieter langsamer steigen. Das erklärt einen Teil der ungebrochenen Nachfrage nach Eigenheimen: Solange die Hypothekarzinsen tief bleiben, bleibt Kaufen für viele Haushalte attraktiver als eine teurer werdende Neuvermietung.

Was das für Verkäufer im zweiten Halbjahr bedeutet

Ein steigender Blasenindex ist kein Warnsignal zum sofortigen Verkauf – im Gegenteil: Er beschreibt einen Markt, in dem die Nachfrage die Preise weiter nach oben trägt. Für Eigentümer, die einen Verkauf ohnehin in Erwägung ziehen, ergeben sich daraus drei praktische Punkte:

  • Preiserwartung realistisch, aber nicht zu vorsichtig ansetzen. Mit einem erwarteten Jahreswachstum von 3,5 bis 4,0 % lohnt sich eine aktuelle Marktbewertung statt einer Schätzung auf Basis älterer Vergleichsverkäufe.
  • Nachfrageseite bleibt breit. Solange die Zinsen tief bleiben, dürfte die Nachfrage nach Eigenheimen laut UBS robust bleiben – das spricht gegen ein Zuwarten aus reiner Preishoffnung, aber auch nicht für Torschlusspanik.
  • Regionale und Segmentunterschiede prüfen. Der Index ist ein gesamtschweizerischer Durchschnitt. Wie stark sich Preise und Nachfrage in der eigenen Region und im eigenen Segment (Haus vs. Wohnung) tatsächlich entwickeln, sollte lokal verifiziert werden, etwa über eine Marktanalyse durch einen Makler vor Ort.

Wo das Risiko tatsächlich liegt

UBS stuft das Risiko trotz der drei aufeinanderfolgenden Anstiege bewusst als «moderat» und nicht als «erhöht» ein. Der Grund: Anders als vor der Finanzkrise 2008 wachsen die Preise nicht primär durch lockere Kreditvergabe, sondern durch echte Nachfrage bei knappem Angebot – kombiniert mit tiefen Zinsen. Das strukturelle Risiko liegt daher weniger in einem plötzlichen Preiseinbruch als in der Erschwinglichkeit: Je stärker die Kaufpreise von den Einkommen und Mieten wegdriften, desto mehr Käufer werden auf lange Sicht aus dem Markt gedrängt – ein Prozess, der sich über Jahre statt über Monate abspielt.

Fazit

Der dritte Anstieg des UBS-Blasenindex in Folge bestätigt, was viele Verkäufer im Alltag bereits spüren: Der Markt für Wohneigentum bleibt 2026 stark, insbesondere im Vergleich zum langsamer wachsenden Mietmarkt. Für einen geplanten Verkauf im zweiten Halbjahr sprechen die Rahmendaten eher für als gegen einen zeitnahen Schritt – vorausgesetzt, die Preisvorstellung basiert auf einer aktuellen, lokalen Bewertung und nicht auf Zahlen von vor einem Jahr.

Quellen