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UBS Global Bubble Index: Zürich weltweit auf Platz eins

Der UBS Global Real Estate Bubble Index 2026 sieht Zürich weltweit auf Platz eins – vor Tokio und Miami. Was der Rekordwert für Hausverkäufer bedeutet.

Aktualisiert September 20264 min Lesezeitkontakt@maklervermittlung.ch
Panoramablick über die Dächer und Kirchtürme der Zürcher Altstadt

Zürich hat einen Titel zurückerobert, auf den die Stadt gut hätte verzichten können: Im UBS Global Real Estate Bubble Index 2026, veröffentlicht am 22. September 2026, führt Zürich das Ranking der 23 untersuchten Weltstädte an – vor Tokio und Miami. Für alle, die eine Liegenschaft in der Region besitzen oder einen Verkauf erwägen, ist das mehr als eine Randnotiz: Der Index misst, wie weit sich Preise von den ökonomischen Fundamentaldaten entfernt haben.

Zürich verdrängt Miami von der Spitze

Mit 1,69 Indexpunkten liegt Zürich deutlich über dem Vorjahreswert von 1,51 und ist damit von Platz drei auf Platz eins vorgerückt, wie SRF berichtet. Tokio folgt mit 1,54 Punkten auf Platz zwei, leicht tiefer als im Vorjahr. Miami, das frühere Sorgenkind des Rankings, ist mit 1,41 Punkten auf Platz drei zurückgefallen. Beide Spitzenreiter – Zürich und Tokio – gelten laut UBS neu als "High Risk".

Ein hoher Indexwert ist keine Prognose für einen unmittelbaren Crash, sondern ein Mass für die Distanz zwischen Preisen und wirtschaftlichen Fundamentaldaten – so ordnet die UBS ihre eigene Kennzahl ein.

Was hinter dem Rekordwert steckt

Die Treiber sind bekannt, aber ihre Wirkung hat sich verstärkt: tiefe Finanzierungskosten treffen auf ein historisch knappes Angebot. Laut finews.ch nähert sich die Leerwohnungsziffer in Zürich der Nullmarke, während das Angebot an Eigentum weit unter dem langjährigen Mittel liegt. Hinzu kommt die Anziehungskraft der Stadt für internationale Fachkräfte, insbesondere aus Technologie- und KI-Branchen, die zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum erzeugen.

Die Zahlen der letzten zwei Jahrzehnte zeigen das Auseinanderdriften deutlich:

  • Reale Wohnungspreise in Zürich: +140 Prozent
  • Mieten im gleichen Zeitraum: +40 Prozent
  • Einkommen: +30 Prozent

Diese Schere ist der eigentliche Kern des Blasenrisikos: Wenn Preise dreimal so schnell wachsen wie Löhne, wird Wohneigentum für einen wachsenden Teil der Bevölkerung schlicht unerreichbar. Laut SRF braucht es in Zürich und Genf inzwischen rund acht Jahresgehälter, um eine 60-Quadratmeter-Wohnung zu finanzieren.

Genf zieht nach

Genf bleibt zwar im Bereich "erhöhtes Risiko" statt "hohes Risiko", steigt aber ebenfalls: Die Westschweizer Stadt erreicht 1,12 Punkte und liegt damit auf Platz sechs weltweit. Der Trend zeigt laut finews.ch seit 2022 klar nach oben – auch hier treffen tiefe Finanzierungskosten auf ein enges Angebot, wenn auch mit etwas weniger Dynamik als in Zürich.

Kein Crash-Signal – aber ein Warnsignal

UBS-Ökonom Matthias Holzhey relativiert den Alarmismus, den solche Rankings oft auslösen. Wer sein Eigenheim langfristig selbst bewohnt und solide finanziert hat, dürfte laut SRF auch eine spürbare Preiskorrektur gut verkraften. Kritischer wird es, wenn die Zinsen schneller oder stärker steigen als erwartet: Ab einem Niveau von über 2 Prozent würden laut Holzhey viele ambitionierte Projekte unrentabel – ein moderater Anstieg in naher Zukunft sei dagegen kein "Game-Changer".

Besorgniserregender ist eine andere Zahl: Für qualifizierte Fachkräfte in Zürich machen Wohnkosten – Hypothekarzinsen plus Unterhalt – inzwischen über 50 Prozent des Einkommens aus und liegen damit höher als vergleichbare Mietkosten. Das ist ein strukturelles Problem, unabhängig davon, ob und wann sich die Preise korrigieren.

Was das für Verkäufer bedeutet

Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die einen Verkauf in Zürich oder Genf erwägen, liefert der Index vor allem eine Einordnung, keine Handlungsanweisung:

  • Die Nachfrage bleibt strukturell hoch. Solange Angebot und Zuwanderung so auseinanderklaffen wie heute, ist ein abrupter Preiseinbruch laut UBS nicht das wahrscheinlichste Szenario.
  • Das Zinsrisiko ist der wichtigste Stellhebel. Wer plant, in den nächsten Jahren zu verkaufen, sollte die Zinsentwicklung genauer beobachten als die Indexpunkte selbst.
  • Hohe Bewertungen sind auch eine Verkaufschance. Ein Ranking auf Platz eins bedeutet, dass Käuferinnen und Käufer aktuell bereit sind, historisch hohe Preise zu zahlen – ein Umstand, den man bei der Preisstrategie nutzen kann, solange er anhält.

Wer unsicher ist, wie sich die eigene Liegenschaft im aktuellen Marktumfeld realistisch bewerten lässt, sollte sich unabhängig beraten lassen, statt sich allein auf einen einzelnen Indexwert zu verlassen – gerade weil sich Angebot, Lage und Zustand einer Immobilie kaum in einer einzigen Kennzahl abbilden lassen.

Quellen